4.5 Bundesprogramm

Das Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ (2011-2015)

Mit dem Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance – Elternbegleitung der Bildungsverläufe der Kinder“ förderte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 2011 bis 2015 die familiäre Begleitung frühkindlicher Bildungsprozesse.

Das Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ war Teil der „Qualifizierungsinitiative für Deutschland" und erprobte Qualifizierungsmaßnahmen zur Professionalisierung von Fachkräften aus der Familienbildung. Ziel war es, Eltern zu ermöglichen, in Bezug auf die Bildungschancen ihrer Kinder einfacher und gezielt kompetenten Rat zu finden. Bildung und frühe Förderung sind Themen, die alle Eltern ansprechen: ob es um die frühkindliche Förderung, um den Übergang in die Schule, um eine individuelle Unterstützung oder um die Vermittlung von Bildung im Familienalltag geht - alle Eltern und Erziehungsverantwortlichen haben Fragen rund um die Entwicklung und den Bildungsweg ihres Kindes.

Das Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ ging in seiner Zielsetzung und seiner Ausrichtung neue Wege. Eltern sollten über die Familienbildung Informationen und Vertrauenspersonen finden, die mit ihnen und ihren Kindern den Weg zu einer besseren Bildung, zu Kitas und Schulen zeigen.

Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter aus der Familienbildung, die sich zu Bildungsthemen qualifiziert haben, sind kompetente Ansprechpersonen für Eltern und Erziehungsverantwortliche vor Ort. Sie verfügen über Erfahrung in der Familienbildung, arbeiten an den Schnittstellen zwischen Kindertagesstätten, Schulen, Familienbildung und Elternhaus und nutzen ihr Wissen, um Eltern bei Bildungsfragen zur Seite zu stehen. Engagement wird bei Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern groß geschrieben: Im Mittelpunkt ihrer Arbeit sollen vor allem solche Angebote stehen, die Eltern aktiv ansprechen und einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen.

Das Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ bestand aus zwei Programmbereichen:

Elternbegleiter-Qualifizierung
Im Rahmen des Bundesprogramms wurden im Zeitraum von 2011 bis 2015 haupt- oder nebenamtliche Fachkräfte zu Elternbegleiterinnen bzw. Elternbegleitern weiterqualifiziert, die in sozialräumlicher Nähe zu Schwerpunkt-Kitas „Sprache & Integration“ in Einrichtungen der Familienbildung oder anderen Einrichtungen mit eltern- bzw. familienbezogenen Angeboten beschäftigt waren. Die Förderung der Qualifizierungsmaßnahme wurde bis Juni 2015 verlängert, so dass insgesamt rund 6.000 Personen durch das Bundesprogramm zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern qualifiziert wurden.

Modellstandorte Elternbegleitung Plus
Im Programmbereich „Elternbegleitung Plus“ förderte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit rund 100 Einrichtungen aus dem Bereich der Familienbildung oder der frühkindlichen Bildung, die neue Zugangswege zu den Familien im Sozialraum erprobten, passgenaue Angebote zur Unterstützung der Alltagsbildung in Familien entwickelten und die Vernetzung von Einrichtungen und Bildungsakteuren vor Ort stärkten. Die Erfahrungen und Erkenntnisse der 100 Modellstandorte aus der Programmumsetzung sind in einer Informationsbroschüre zusammengefasst.

Weiter zum Download der Informationsbroschüre Wie Familien für frühe Bildung gewonnen werden. Erfahrungen aus 100 Modellstandorten „Elternbegleitung Plus“

Evaluation

Die wissenschaftliche Evaluation des Bundesprogramms „Elternchance ist Kinderchance“ wurde vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München unter Leitung von Frau Prof. Walper gemeinsam mit der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter der Leitung von Herrn Prof. Stemmler durchgeführt.

Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass Fachkräfte und Eltern auf vielfältige Weise durch das Bundesprogramm profitiert haben. Die Fachkräfte wurden durch die Elternbegleiter-Qualifizierung durch einen Zuwachs an praxisrelevantem Wissen und Handlungskompetenzen für ihren beruflichen Alltag gestärkt. Eltern erlebten die Zusammenarbeit mit Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern als wertschätzend und profitierten von dem Angebot der Bildungsbegleitung. Dabei hat sich gezeigt, dass eine sozialräumliche Vernetzung eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Elternbegleitung ist. Insgesamt wird deutlich, dass die Qualifizierung zum Elternbegleiter bzw. zur Elternbegleiterin eine wichtige Lücke in der Weiterbildung von Fachkräften im Bereich der Familienbildung schließt.

Untersucht wurden die Ergebnisse und Wirkungen des Bundesprogramms in Bezug auf drei Ebenen:

Die Wirkungen der Qualifizierung auf die Veränderung von Kenntnissen, Kompetenzen und beruflicher Praxis auf der Ebene der Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter
Die Erfolge im Hinblick auf verbesserte Angebotsstruktur und Kooperations- und Vernetzungsformen der 100 Modellstandorte auf der Ebene der Einrichtungen
Die Wirkungen und Erfolge des Bundesprogramms auf der Ebene der Eltern und Kinder

Die Ergebnisse der Evaluation des Bundesprogramms „Elternchance ist Kinderchance“ wurden im Abschlussbericht des Evaluationsteams zusammengefasst.

 

Quelle: www.elternchance.de